Sonntag, 22. Februar 2004
Hübsch
"Glaubse, die Hübschen das sind die Besten? Glaubse das etwa? Ne du, am Arsch, die Hübschen die sind nichts, die sind Scheiße." meinte ein Mitfünfziger im Ton erfahrungsreicher Kenntnis, laut und für alle, die es nicht interessierte, klar zu verstehen. Wieder ein Beleg für die These, dass nicht die Verspätungen das Problem der Bahn sind, sondern die Fahrgäste. Dem Redner wedelten die Ponyfransen seiner goldenen Lamettaperücke um die Brauen, er und seine Genossen auf dem Weg ins total besoffene Düsseldorf. Na denn Prost, dachte ich, dann aber einmal auf`s Thema gebracht:
Die Hübschen sind nicht an und für sich die Besten, der Mann hat Recht, sie sind die Hübschen, was ja nicht verkehrt ist und auf jeden Fall gut aussieht und Freude macht. Fall eins also: Der Mann ist faul, hat sich nicht wirklich bemüht, denn die Hübschen wollen hofiert werden; war also nix. Fall zwei: Die Hübschen sind hübsch, wissen`s auch und lassen keinen ran, weil keiner gut genug ist. Traurig für alle Beteiligten. Oder Fall drei: Die Hübschen sind hübsch und wollen was Hübsches, der Mann war aber leider wirklich keine Kanone; Pech gehabt. Fall vier: Der Mann hat Schiss vor Hübschen und belästigt alle Mitfahrenden mit seiner vermeintlichen Lebensschläue. Mehr fällt mir erstmal nicht ein, bleibt zu hoffen, dass er in Düsseldorf auf eine hässlich zurecht gemachte Hübsche trifft, die schwer und erfolgreich angräbt, morgen früh geheilt aufwacht und geläutert und vor allem still nach Hause fährt.

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